Was darf ich


Nur Werbung unterliegt den Werbegesetzen

Keine Werbung ist daher:

  1. Echte Publikationen, also Fachartikel
  2. Vorträge, sofern sie nicht den Charakter einer Verkaufsveranstaltung erhalten
  3. Sogenannte Blockspots, soweit sie fachlich fundiert sind
  4. Aufklärungsbögen und Merkblätter
  5. Seminare, Workspops usw.


Diese Formen der Nicht-Werbung müssen sich aber klar abgrenzen von „echter Werbung“. Eine deutliche Abgrenzung gibt es durch den Kontext, also die näheren Rahmenumstände, in denen ein Text, ein Vortrag oder sonst eine Äußerung erscheint. Geeignete Kontexte, in denen Aussagen nicht werbend im Sinne der Werbegesetze sind;

  1. Vorträge im richtigen Rahmen (keine Kaffeefahrten, sondern z.B. Gesundheitsmessen als Vortragskontext)
  2. die Publikationen, hierbei allerdings sollten es Fachartikel in Fachzeitschriften sein, nicht allerdings Pressetexte oder sog. Infoseiten in regionalen Werbeblättern und Zeitungen. Mindestens sollte darauf geachtet werden, dass durch die Redaktion des jeweiligen Mediums über dem Text nicht das Wort „Anzeige“ platziert wird oder Ihr Text in der Anzeigenrubrik erscheint.


Erlaubte Werbestrategien

  1. Wohlfühlaspekte und Wellness betonen
  2. appellative, emotionale Begriffe wie Zukunft, Freude, Hingabe etc.
  3. natürlich alle medizinischen Angaben, die ich durch eine gerichtsfeste Studie beweisen kann.
  4. Imagewerbung unterscheidet sich von Produktwerbung dadurch, dass nicht die Vorteile einer Anwendung gepriesen werden, sondern das Ansehen eines Unternehmens oder einer Person. Imagewerbung vermittelt immer die Philosophie des Unternehmens einen Gedanken, eine Wertvorstellung oder generell bildhafte Emotionen. Es ist Imagewerbung bei hohem Papierverbrauch darzulegen, dass pro Behandlung 1,- EURO an ein Wiederaufforstungsprojekt geht. Hier kann man sich selbstverständlich jede andere gute Sache aussuchen, die zum Thema Ihres Unternehmens passt. Beispielsweise wird ein Anwalt für Tiermedizinrecht glaubwürdiger, wenn er sich selbst im Tierschutz engagiert, und offenlegt, dass er selbst Haustiere hat. Zur Imagewerbung gehört es auch, nachhaltiges Wirtschaften offen zu legen, Produkte aus fairem Handel zu beziehen und anderes mehr.
  5. Es empfiehlt sich daher auch stärker die persönliche Motivation, die eigenen Wertvorstellungen, den persönlichen Werdegang und Erfahrungswerte darzustellen (wie ich wurde was ich bin), anstatt zu versuchen, Werbeverbote irgendwie recht und schlecht zu entgehen.
  6. Imagewerbung ist es daher auch über die großzügig ausgestatteten, die gute Erreichbarkeit, günstig vorhandene Parkplätze usw. zu berichten. Auch ist es Imagewerbung bei Hochwasser diejenige, die für Flutopfer Sandsäcke schleppen, unentgeltlich eine Rückenmassage zu geben.
  7. Auch mit Bildern ist Imagewerbung möglich, diese sollten dann Allegorien sein und nicht die Arbeit explizit darstellen.


Die unbestimmten Rechtsbegriffe im Rahmen des Werberechts sagen auch was nicht zu tun ist:

  1. Irreführend ist schon jede Maßnahme, die einen Endverbraucher/Neukunden in die Irre führen könnte. Gerichte sprechen von einer Eignung zur Irreführung. Es ist also nicht wichtig, ob jemand darauf hereingefallen ist, sondern ob jemand vielleicht darauf hereinfallen könnte.
  2. Missbräuchlich ist alles, was unangemessen einen rechtlichen Vorteil bringen könnte oder anstrebt. Zur Missbräuchlichkeit gehört z. B. die Ausbeutung des Rufes, in dem ich mein Unternehmensimage an den eines bekannten Unternehmens anpasse. Ein weiteres Beispiel für Missbräuchlichkeit ist die Verletzung der Markenrechte anderer und die Darstellung anderer Produkte als minderwertig.
  3. Abstoßend ist es, wenn man abgebildete Personen demütigt oder in einer demütigenden Situation abbildet, mit dem Tod oder mit Angst wirbt (daher gibt es gerade für den Gesundheitsbereich besondere Verbote, die dies aufgreifen), oder aber abstoßende Vorher-Nachher-Bilder wählt. beleibte Personen, die Darstellung von Fettschürzen und anderem ist daher als abstoßend gesehen worden.